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KĂŒstenmammutbaum
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Der KĂŒstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) ist ein immergrĂŒner Nadelbaum. Er ist die einzige Art der monotypischen Gattung Sequoia aus der Unterfamilie der MammutbĂ€ume (Sequoioideae) in der Familie der ZypressengewĂ€chse (Cupressaceae). Der KĂŒstenmammutbaum ist der Staatsbaum des US-Bundesstaates Kalifornien. Zu dieser Art gehören die höchsten lebenden BĂ€ume der Welt.

Der KĂŒstenmammutbaum wird auch KĂŒsten-Sequoie genannt. Die im englischen Sprachraum hĂ€ufig anzutreffende Bezeichnung California redwood ist nicht eindeutig, da der nahe verwandte Riesenmammutbaum ebenfalls ein „Kalifornisches Rotholz“ ist. Die Gattung Sequoia wurde von ihrem Erstbeschreiber Stephan Ladislaus Endlicher 1847 wahrscheinlich nach Sequoyah (ca. 1770–1843) benannt, dem Erfinder des Cherokee-Alphabets.cite-ref-burkhardt2018-1-0[1]

Contents

‱ Maserknollen
‱ Wurzeln
‱ Wachstum
‱ Standort
‱ Nutzung
‱ Belege
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Beschreibung

Habitus und Wuchs

KĂŒstenmammutbĂ€ume können ĂŒber 110 m hoch werden und einen Stammdurchmesser (BHD) von ĂŒber 7 m erreichen. Das höchste bekannte, lebende Exemplar mit einer StammlĂ€nge von 115,85 m ist der „Hyperion“ im Redwood-Nationalpark im Nordwesten Kaliforniens, womit er der höchste bekannte Baum der Welt ist.cite-ref-2[2] Bei erwachsenen Exemplaren im Bestand sind die StĂ€mme bis in rund 30 m Höhe astfrei.

In der Jugend bilden die BĂ€ume schmale, pyramidenförmige Kronen mit schlanken Ästen aus. Alte BĂ€ume haben eine kompakte, unregelmĂ€ĂŸige, relativ kleine, aber dennoch schlanke Krone; die Äste sind krĂ€ftig und waagerecht.

Nadeln, Zweige, Knospen

Der KĂŒstenmammutbaum bildet zwei Blattformen aus.

Die erste Form sind 10 bis 20 mm lange, nadelförmige BlĂ€tter, die spiralig an Langtrieben oder zweizeilig an Kurztrieben stehen. Diese Nadeln sind an der Oberseite dunkelgrĂŒn, an der Unterseite graugrĂŒn und besitzen zwei Stomastreifen. Sie sind im Querschnitt flach und Ă€hneln EibenblĂ€ttern. Die Nadeln werden drei bis vier Jahre alt, sind also immergrĂŒn. Die Spaltöffnungen sitzen auf beiden Seiten der Nadeln. Im Querschnitt sind drei HarzkanĂ€le zu erkennen, von denen sich einer direkt unter dem LeitbĂŒndel befindet und zwei nahe der unteren Epidermis liegen. Die langen Nadeln treten vor allem an Schattentrieben auf.

Die zweite Form sind SchuppenblÀtter, die spiralig an Langtrieben stehen. Sie sind rund 6 mm lang, liegen dem Zweig an und sind unterseits gekielt. Sie treten vor allem im stark besonnten oberen Teil der Krone auf.

Junge Zweige sind schlank und dunkelgrĂŒn und haben einen runden Querschnitt. Die Knospen sind kugelig und grĂŒn. Sie bestehen aus 10 bis 12 eiförmigen Knospenschuppen, die auch nach dem Austreiben an der Basis des Zweiges verbleiben.

Zapfen, BlĂŒten und Samen

Der KĂŒstenmammutbaum ist einhĂ€usig (monözisch), das heißt, weibliche und mĂ€nnliche Zapfen befinden sich auf demselben Baum. Die Samenproduktion beginnt, wenn die BĂ€ume 10 bis 15 Jahre alt sind. Die Zapfen erscheinen im Winter (Dezember/Januar) und stehen am terminalen Ende der Kurztriebe. Die lĂ€nglichen, 4 bis 6 mm langen mĂ€nnlichen Zapfen stehen auch in Achseln von Nadeln. Brakteen umgeben zahlreiche StaubblĂ€tter mit je drei PollensĂ€cken. Die Pollen sind 28 bis 34 ”m groß.

Die weiblichen Zapfen sind zur BlĂŒtezeit langgestreckt, aufrecht und grĂŒn. Sie bestehen aus 15 bis 25 zugespitzten Zapfenschuppen, die spiralig angeordnet sind. Die Samenschuppe ist mit der Deckschuppe verwachsen und trĂ€gt meist drei bis acht Samenanlagen, die in zwei Reihen stehen.cite-ref-jagel-2015-3-0[3] Die zur Reife eiförmigen Zapfen sind 1,8 bis 2,5 cm lang, 1,2 cm breit und hĂ€ngend herab. Sie werden am Ende der gleichen Vegetationsperiode reif. Zur Zapfenreife fĂ€rbt sich der Zapfen gelblich grĂŒn, dann braun. Die reifen Zapfen verbleiben am Baum und streuen die Samen aus. Jeder Zapfen enthĂ€lt 50 bis 60 Samen. Pro Baum und Jahr werden bis zu fĂŒnf Millionen Samen gebildet.

Die Samen sind 3,0 bis 4,5 mm lang, rund 0,5 mm breit und haben einen 1 mm breiten FlĂŒgel. Das Tausendkorngewicht betrĂ€gt 3,8 bis 4,4 g. Die Samen werden mit dem Wind ausgebreitet, jedoch meist nur 60 bis 120 m weit vom Mutterbaum. Nur rund 20 % der Samen sind keimfĂ€hig, der Rest taub. Dies wird als Anpassung an Fressfeinde gedeutet, die durch das mĂŒhsame Aussortieren der essbaren aus den leeren Samen abgeschreckt werden sollen. Röntgenuntersuchungen zeigten, dass 1 bis 32 % der Samen gesund sind, 0 bis 11 % sind verpilzt und 58 bis 97 % sind hohl oder mit Tannin gefĂŒllt.

Holz und Borke

Das Holz Ă€lterer KĂŒstenmammutbĂ€ume zĂ€hlt zu den besten Nutzhölzern. Die GrĂŒnde sind die außergewöhnlichen Dimensionen, die Dauerhaftigkeit, die Astreinheit und die technischen Eigenschaften. Der weißliche Splint ist schmal und hebt sich deutlich vom Kernholz ab. Dieses ist hellrot bis brĂ€unlich-rot (manchmal violett). Hiervon leitet sich der im Holzhandel hĂ€ufig benutzte Name „Redwood“ fĂŒr das Holz des KĂŒstenmammutbaums ab. Im Licht dunkelt das Holz nach.

Deutlich zu erkennen sind die Jahresringgrenzen sowie der Wechsel von FrĂŒh- zu SpĂ€tholz. Das Holz enthĂ€lt keine HarzkanĂ€le und besteht zu 90 % aus Tracheiden. Diese sind 2,9 bis 9,3 mm lang. Die Holzstrahlen sind nur mit der Lupe zu erkennen.

Die Borke wird bis 30 cm dick. Sie ist graubraun bis braun und oft tief lÀngsrissig. Sie löst sich in langen Streifen vom Baum.

Maserknollen

Charakteristisch fĂŒr Ă€ltere BĂ€ume sind Maserknollen (engl. burls), unregelmĂ€ĂŸige, knollige, verholzte StammauswĂŒchse nahe der BodenoberflĂ€che. Die Entstehung dieser Knollen ist nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt, als Ursachen werden Verletzungen wie auch Bakterien (Agrobacterium tumefaciens) und Pilze vermutet. Es gibt keine Hinweise, dass die Knollen die VitalitĂ€t des Baumes vermindern. Selbst kleine Knollen enthalten hunderte Knospen. Diese kann man vom Stamm lösen und zum Austreiben bringen.

Wurzeln

Der KĂŒstenmammutbaum ist ein Flachwurzler mit zahlreichen krĂ€ftigen Wurzeln,cite-ref-4[4] die dicht unter der BodenoberflĂ€che verlaufen und eine große FlĂ€che umfassen. Es werden Mykorrhiza-Symbiosen gebildet, so z. B. mit Glomus mosseae.

Vegetative Vermehrung

Die Art bildet hĂ€ufig StockausschlĂ€ge und Wurzelbrut und kann sich so natĂŒrlich verjĂŒngen. Die StockausschlĂ€ge entstehen aus schlafenden Augen und bilden umgehend ein eigenes Wurzelsystem. Alte Stöcke sind oft von einem Ring von StockausschlĂ€gen umgeben. Auch aus einem umgestĂŒrzten Baum können durch StockausschlĂ€ge mehrere neue BĂ€ume hervorgehen. Auch aus den oben erwĂ€hnten burls bilden sich neue Sprosse.

Aus WurzelausschlĂ€gen können auch ‚weiße Redwoods‘ hervorgehen, BĂ€ume, die ĂŒber kein Chlorophyll verfĂŒgen und vollstĂ€ndig vom Mutterbaum versorgt werden. Sie werden selten ĂŒber 3 m hoch, können jedoch 20 m erreichen.

Wachstum

Die Samen keimen epigĂ€isch, die Keimlinge haben meist zwei KeimblĂ€tter und bilden keine Wurzelhaare aus. Die KeimblĂ€tter sind krĂ€ftig mittelgrĂŒn und sind breiter und lĂ€nger als die kleinen, spiralig stehenden FolgeblĂ€tter. Das beste Keimsubstrat ist Mineralboden, wie er nach WaldbrĂ€nden vorliegt. Die Samen keimen aber auch auf StĂ€mmen und unter der Vegetation.

Das Jugendwachstum ist sehr rasch, einjĂ€hrige SĂ€mlinge können 46 Zentimeter hoch sein, vier- bis zehnjĂ€hrige BĂ€ume haben einen Jahreszuwachs von 60 bis 200 Zentimetern. Die BĂ€ume blĂŒhen mit 10 bis 15 Jahren zum ersten Mal, die höchste Produktion von Samen tritt erst bei ĂŒber 200-jĂ€hrigen BĂ€umen auf. Das grĂ¶ĂŸte Höhenwachstum wird mit rund 35 Jahren erreicht. Ein erwachsenes Exemplar ist rund 90 Meter hoch. Das höchste bekannte Exemplar und gleichzeitig der höchste bekannte lebende Baum ist, wie oben erwĂ€hnt, der Hyperion mit 115,5 Metern. Zurzeit (2006) sind zwölf Exemplare mit ĂŒber 110 Metern Höhe bekannt. Der KĂŒstenmammutbaum mit dem grĂ¶ĂŸten Volumen ist der Del Norte Titan im Jedediah Smith Redwoods State Park, einem Teil des Redwood-Nationalparks, mit einem Volumen von 1044,7 Kubikmetern bei einer Höhe von 93,6 Metern.

Die Art ist selbstfertil, Selbstbefruchtungsnachkommen sind jedoch in ihrer Wuchskraft schwÀcher.

Ein Alter von 600 Jahren ist keine Seltenheit. Das höchste Alter wurde durch JahresringzÀhlung mit rund 2200 Jahren bestimmt.

Genetische Untersuchungen

Die Chromosomenzahl betrĂ€gt 2n = 66. Entsprechend der durchgehenden Chromosomen-Grundzahl von n = 11 in der Familie der ZypressengewĂ€chse ist der KĂŒstenmammutbaum hexaploid. Nach Yang u. a. (2012)cite-ref-5[5] sprechen die Ergebnisse genetischer Vergleiche dafĂŒr, dass an der Entstehung zwei verschiedene Ausgangsarten, genauer sogar verschiedene Gattungen beteiligt gewesen sein könnten. In diesem Fall wĂ€re die Konifere als allopolyploid zu bezeichnen, mit der Chromosomen-Konstellation: AAAABB, wobei die Buchstaben die erblichen Anteile der Ursprungsarten symbolisieren. Die genaue Entstehung der Gattung Sequoia ist damit aber noch nicht geklĂ€rt, das angenommene hohe phylogenetische Alter, und der Mangel an fossilen Belegen machen die KlĂ€rung unwahrscheinlich. Das Mitochondrien-Genom wird paternal (ĂŒber den Vater) vererbt (Neale u. a. 1989), eine Besonderheit unter Koniferen.

Verbreitung

Der KĂŒstenmammutbaum ist in den KĂŒstengebieten Nordkaliforniens und im SĂŒden Oregons heimisch. Er ist die Leitart in den gemĂ€ĂŸigten RegenwĂ€ldern des Kalifornischen KĂŒstengebirges. Die Angaben ĂŒber das verbleibende natĂŒrliche Areal schwanken zwischen 6475cite-ref-6[6] und rund 8000 kmÂČ. Es besteht aus einem rund 750 km langen und zwischen 8 und 56 km breiten Streifen an der PazifikkĂŒste.

Die Nordgrenze liegt am Chetco River im Ă€ußersten SĂŒdwesten von Oregon in den Klamath Mountains (42° 09â€Č nördliche Breite), rund 25 km nördlich der Grenze zu Kalifornien. Die sĂŒdlichsten Vorkommen gibt es im Salmon Creek Canyon in den Santa Lucia Mountains, Monterey County (35° 41â€Č nördliche Breite). Vertikal kommt die Art von Meereshöhe bis in 900 m ĂŒ. NN. Im sĂŒdlichen Arealteil ist die Art auf West- und NordhĂ€nge beschrĂ€nkt, nahe der sĂŒdlichen Arealgrenze wĂ€chst sie nur am Grund der Canyons. Der kĂŒstenfernste Punkt des Areals liegt im Napa County, 75 km landeinwĂ€rts.

Die grĂ¶ĂŸten Populationen finden sich im Redwood-Nationalpark sowie im Humboldt Redwoods State Park in den Countys Humboldt County und Del Norte County.

Außerhalb des natĂŒrlichen Areals wird die Art vornehmlich als Parkbaum kultiviert, so in SĂŒdeuropa, auf den britischen Inseln (wo es 50 m hohe Exemplare gibt) oder in Australien und Neuseeland. In den meisten Gebieten Mitteleuropas ist der KĂŒstenmammutbaum nicht zuverlĂ€ssig winterhart; besonders junge BĂ€ume sind frostempfindlich. Die Frostresistenz wird fĂŒr erwachsene BĂ€ume mit −10 °C fĂŒr die BlĂ€tter, −15 °C fĂŒr die Knospen und −20 °C fĂŒr die Zweige angegeben. Forstkulturen gibt es unter anderem in Großbritannien, Versuche dazu auch in Portugal und der Krim. Ferdinando Panciatichi Ximenes d’Aragona fĂŒhrte ab 1864 als erster KĂŒstenmammutbĂ€ume in Italien ein und pflanzte sie im Park seines Castello di Sammezzano an, wo sich heute der grĂ¶ĂŸte Bestand Italiens befindet.cite-ref-7[7] In Deutschland waren 1952 Anzuchtversuche am Niederrhein in der Sequoiafarm Kaldenkirchen des Dendrologen-Ehepaars Illa und Ernst J. Martin erfolgreich; der dort 1953 angelegte kleine Redwood-Hain mit einer Baumhöhe von 35 m (2011)cite-ref-8[8] gehört heute neben einem Bestand im Staatsforst Burgholz zu den wenigen grĂ¶ĂŸeren KĂŒstenmammutbaum-BestĂ€nden nördlich der Alpen. BĂ€ume aus nördlichen Gebieten des Vorkommens erwiesen sich als winterhart in Deutschland und zeigen keine BlattschĂ€den.cite-ref-9[9]

Standort

Das Habitat des KĂŒstenmammutbaumes sind RegenwĂ€lder der gemĂ€ĂŸigten Breiten mit mild-humidem Klima. Am natĂŒrlichen Standort liegt die mittlere Jahrestemperatur zwischen 10 und 16 °C, die Extreme liegen bei −9 °C und +38 °C. Sechs bis acht Monate sind frostfrei. Die NiederschlĂ€ge fallen hauptsĂ€chlich im Winter, jedoch selten als Schnee, die Werte liegen zwischen 640 und 3100 mm, vielfach um 2500 mm. Die niederschlagsarmen Sommer werden durch die typischen Sommernebel ausgeglichen, da sie die Sonneneinstrahlung und damit die Verdunstung reduzieren und gleichzeitig Wasser zufĂŒhren.

Die BĂ€ume wachsen auf unterschiedlichen Böden. In KĂŒstennĂ€he wachsen sie auf alluvialen Schwemmböden, Flussterrassen und Delta-Landschaften mit teilweise sehr mĂ€chtigen Sedimenten. In den Bergen wachsen sie ĂŒber marinen Sandsteinen, Kalksteinen und Schiefern, hĂ€ufig auf lehmigen, hellbraunen Böden mittlerer AziditĂ€t. Hohe Gehalte an Magnesium und Natrium wirken begrenzend.

Die Art toleriert Überflutung und Sedimentablagerungen. Bei hohen Schlammablagerungen werden im unteren Stammbereich neue Wurzeln gebildet, die den neuen, meterhohen Boden durchwurzeln. So können sich die BĂ€ume dem neuen Bodenniveau anpassen. Dadurch sind sie konkurrierenden Baumarten ĂŒberlegen und bilden an solchen Standorten ReinbestĂ€nde.

Die besten Standorte sind Flussniederungen und flache HĂ€nge unterhalb von 300 m ĂŒ. NN. Hier werden Derbholzmassen von 10.000 bis 14.000 Kubikmeter pro Hektar gebildet.

Die Art ist vielfach mit anderen NadelbĂ€umen wie Douglasie, KĂŒsten-Tanne, Westamerikanische Hemlocktanne und Sitka-Fichte vergesellschaftet. In höheren, trockeneren Bereichen wĂ€chst sie zusammen mit Acer macrophyllum, Arbutus menziesii und Umbellularia californica.

Diese WĂ€lder sind wichtige Habitate fĂŒr die gefĂ€hrdeten Arten Marmelalk und Fleckenkauz. Weitere vorkommende Arten sind der Maultierhirsch (Odocoileus hemionus columbianus) und der Helmspecht (Dryocopus pileatus) sowie die Wapiti-Unterart Cervus canadensis roosevelti, deutsch Roosevelt-Wapiti, die eng mit dem Rothirsch verwandt ist.

Biotische EinflĂŒsse und Feuer

Der KĂŒstenmammutbaum ist generell wenig anfĂ€llig fĂŒr Krankheiten. Als Keimling jedoch ist er recht anfĂ€llig fĂŒr die GrauschimmelfĂ€ule (Botrytis cinerea). Die StammfĂ€ule-Erreger Poria sequoiae Bonar (im SĂŒden des Areals) und Poria albipellucida Baxt. (im Norden des Areals) befallen alte StĂ€mme in BodennĂ€he. Sie dringen durch Brandwunden oder AstbrĂŒche in das Kernholz ein und verursachen BraunfĂ€ule oder WeißfĂ€ule und erhöhen dadurch die Gefahr von StammbrĂŒchen und vermindern den forstwirtschaftlichen Wert des Holzes. Seiridium juniperi löst Krebs an Ästen aus.

Insekten spielen mit Ausnahme der BorkenkÀfer Phloeosinus sequoiae und Phloeosinus cristatus keine Rolle.

Wapitis können starke VerbissschÀden verursachen. SchwarzbÀren schÀlen die Rinde von jungen BÀumen, wohl um an den Phloemsaft zu gelangen.

Unter den abiotischen EinflĂŒssen ist das Feuer von großer Bedeutung. JungbestĂ€nde sind wegen ihrer dĂŒnnen Borke besonders empfindlich, regenerieren sich jedoch ĂŒber Wurzelbrut. Erwachsene Exemplare sind aufgrund ihrer dicken Borke und des sehr hoch liegenden Astansatzes recht unempfindlich gegenĂŒber BrĂ€nden. Vor dem Eingreifen des Menschen gab es in den KĂŒstenmammutbaum-WĂ€ldern alle 20 bis 50 Jahre Feuer, die auch die Konkurrenz der MammutbĂ€ume durch andere BĂ€ume verringerten. Deshalb werden sie zu den Pyrophyten gezĂ€hlt, die durch Feuer gefördert werden.

Auch wenn etliche BestĂ€nde nahe der MeereskĂŒste wachsen, sind die BĂ€ume nicht windfest und auch nicht salzresistent.

Nutzung

| Technische Holzdaten | Technische Holzdaten |
|---|---|
| Rohdichte (r 12-15 ) | 0,40 – 0,45 – 0,50 g/cm 3 |
| Druckfestigkeit | 2650–4200 N/cm 2 |
| Biegefestigkeit | 4400–6850 N/cm 2 |
| Zugfestigkeit , parallel zur Faser | 7550 N/cm 2 |
| ElastizitĂ€tsmodul | 540–930 kN/cm 2 |
| Quelle: SchĂŒtt und Lang, 2004 | Quelle: SchĂŒtt und Lang, 2004 |

„Redwood“ ist eines der wertvollsten und dauerhaftesten Nutzhölzer auf dem Weltmarkt. Obwohl die BaumbestĂ€nde rasch abnehmen, wird die Art weiter genutzt. Das Holz wird fĂŒr Möbel, TĂ€felungen, Fenster, TĂŒren und Fußböden verwendet. Aufgrund der guten Spaltbarkeit und Dauerhaftigkeit wurde es auch fĂŒr Dachschindeln genutzt. Da es kein Harz enthĂ€lt und geruchsfrei ist, wurden aus dem Holz auch GefĂ€ĂŸe zur Aufbewahrung von Lebensmitteln hergestellt.

Das Kernholz ist weitgehend resistent gegen Bohrmuscheln, Insekten, FĂ€ulnis und holzzerstörende Pilze; zudem ist es schwer entflammbar. Es ist leicht bearbeitbar und trocknet gut bei geringem Volumenverlust (rund sieben Prozent). Die Neigung zum Reißen und Verwerfen ist gering. Aufgrund seiner WiderstandsfĂ€higkeit gegen Pilz- und Termitenbefall wird „Redwood“ auch in tropische LĂ€nder exportiert.

Die Knospen der Maserknollen sind in den Redwood-Parks ein beliebtes Souvenir. Die Knollen selbst werden zu Tischplatten und Furnieren verarbeitet, wobei das Holz als Vavona Maser bezeichnet wird.cite-ref-10[10] Die Borke wird als Isoliermaterial und auch als Gartenmulch verwendet.

GefÀhrdung und Schutz

Zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung fĂŒr die europĂ€ische Welt 1769 umfasste das Areal der KĂŒstenmammutbaum-WĂ€lder je nach Quelle 6500 bis 8000 Quadratkilometer. Im Verbreitungsgebiet der Art lebten zahlreiche IndianerstĂ€mme, so die Sinyone, Kashaya Pomo, die sĂŒdwestlichen Pomo, die Wappo (Ashochimi), Yurok und die Tolowa. Die heute ausgestorbenen Sinyone sahen in den MammutbĂ€umen heilige HĂŒter des Waldes. Redwoodhaine bewachten die Geister der Ahnen, deren GrabstĂ€tten sich zwischen den BĂ€umen befanden. Die Indianer nutzten das Holz zum Bau von HĂ€usern und Booten, andere Teile dienten als Heilmittel.

Die kommerzielle Nutzung setzte um 1850 ein. Bereits ab den 1860er Jahren wurden die Redwood-WĂ€lder großflĂ€chig eingeschlagen, das Holz wurde vor allem fĂŒr HĂ€user, aber auch fĂŒr Eisenbahnschwellen, Schiffsplanken und im Bergbau verwendet. Bis zu den 1960er Jahren wurden rund 90 Prozent der BestĂ€nde abgeholzt, auch danach ging die Nutzung weiter.

Erste BemĂŒhungen zum Schutz der WĂ€lder setzten 1879 im Gefolge der Errichtung des ersten Nationalparks (Yellowstone) ein. 1918 wurde die Save the Redwoods League gegrĂŒndet, die mit Spendengeldern WĂ€lder aufkaufte, die in den Jahren darauf zusammen mit Land des Bundesstaates Kalifornien zur GrĂŒndung der State Parks Jedediah Smith, Del Norte Coast und Prairie Creek dienten. Die wichtigsten State und National Parks sind: Redwood-Nationalpark, gegrĂŒndet 1968 mit rund 50 Prozent des gesamten verbliebenen Bestandes (mit den integrierten State Parks Jedediah Smith Redwoods, Prairie Creek Redwoods und Del Norte Coast Redwoods), Muir Woods National Monument, Humboldt Redwoods State Park und Big Basin Redwoods State Park.

Nach 15-jĂ€hrigem BemĂŒhen von NaturschĂŒtzern und einer 738-tĂ€gigen Baumbesetzung durch die Aktivistin Julia Hill bot die US-Regierung 1999 ein KompensationsgeschĂ€ft in Höhe von 480 Millionen US-Dollar fĂŒr den grĂ¶ĂŸten kommerziell genutzten Redwood-Wald nahe Eureka, erwarb das Gebiet von zwei Holzkonzernen und stellte es am 1. MĂ€rz 1999 als Headwaters Forest Reserve unter Schutz.cite-ref-11[11]

Knapp 10 Prozent des ursprĂŒnglichen Areals der Art steht heute unter Schutz. Nur rund drei Prozent der heutigen FlĂ€che sind noch Urwald. Aufgrund der geringen FlĂ€che an Urwald werden auch AufforstungsflĂ€chen vermehrt unter Schutz gestellt, um den Bestand der Art zu sichern. Die nicht unter Schutz stehenden WĂ€lder werden nach wie vor kommerziell genutzt.

Belege

Einzelnachweise

cite-note-burkhardt2018-11. ↑ Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie UniversitĂ€t Berlin, Berlin 2018. [1]
cite-note-22. ↑ Mario D. Vaden: Hyperion Coast Redwood (abgerufen am 17. September 2021)
cite-note-jagel-2015-33. ↑ Armin Jagel, Veit Martin Dörken: Die Zapfen der ZypressengewĂ€chse (Cupressaceae) – Teil 1: Unterfamilien Cunninghamioideae, Athrotaxoideae, Taiwanioideae, Sequoioideae, Taxodioideae. In: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Band 100, 2015, S. 161–176.
cite-note-44. ↑ Mirko Liesebach, Christoph Rieckmann: MammutbĂ€ume – eine Option im Klimawandel fĂŒr die Forstwirtschaft in Deutschland? Mitt. Deutsch. Dendrol. Ges. (MDDG) 106 93–107, 2021, ISBN 978-3-494-01873-7, PDF abgerufen am 17. Oktober 2024, S. 94.
cite-note-55. ↑ Z. Y. Yang, J. H. Ran, X. Q. Wang: Three Genome-based Phylogeny of Cupressaceae s.l: Further Evidence for the Evolution of Gymnosperms and Southern Hemisphere Biogeography. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. 64, 2012, S. 452–470.
cite-note-66. ↑ Washington Post: Decoding the Redwoods, 7. Februar 2018
cite-note-77. ↑ Cronistoria auf www.savesammezzano.com, abgerufen am 22. August 2023
cite-note-88. ↑ Michael Geller, Volker AndrĂ© Bouffier: KĂŒstenmammutbĂ€ume in Deutschland – eine Bestandsaufnahme. In: BeitrĂ€ge zur Gehölzkunde 2011. Gesellschaft Deutsches Arboretum, 2011, ISBN 978-3-9804283-4-7.
cite-note-99. ↑ Illa Martin: Der KĂŒstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) und seine Anzucht in Deutschland. In: Jahrbuch der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Band 77. Ulmer, Stuttgart 1987, ISBN 3-8001-8310-2, S. 57–104.
cite-note-1010. ↑ Gesamtverband Deutscher Holzhandel: Redwood
cite-note-1111. ↑ Bureau of Land Management: Headwaters Forest Reserve (abgerufen am 17. Juni 2019)

Literatur

‱ Anna Lewington, Edward Parker: Unsere Ă€ltesten BĂ€ume. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10382-X, S. 22–28.
‱ D. B. Neale, K. A. Marshall, R. R. Sederoff: Chloroplast and Mitochondrial DNA are Paternally Inherited in Sequoia sempervirens (D. Don) Endl. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. 86 (23), 1989, S. 9347–9349. (Volltext)
‱ Peter SchĂŒtt, Ulla M. Lang: Sequoia sempervirens. In: SchĂŒtt, Weisgerber, Schuck, Lang, Stimm, Roloff: Lexikon der NadelbĂ€ume. Nikol, Hamburg 2004, ISBN 3-933203-80-5, S. 531–543.

WeiterfĂŒhrende Literatur

‱ M. G. Barbour, S. Lydon, M. Borchert, M. Popper, V. Whitworth, J. Evarts: Coast Redwood: A Natural and Cultural History. Cachuma Press, Los Olivos, CA, 2001, ISBN 0-9628505-5-1.
‱ Joan Dunning: From the Redwood Forest: Ancient Trees and the Bottom Line. A Headwaters Journey. With photographs by Doug Thron. Chelsea Green Pub. Co, White River Junction, Vt, 1998, ISBN 1-890132-11-X.
‱ Read F. Noss (Hrsg.): The Redwood Forest: History, Ecology and Conservation of the Coast Redwood. Island Press, 1997, ISBN 1-55963-726-9.

Weblinks

Commons

: KĂŒstenmammutbaum (

Sequoia sempervirens

)

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: KĂŒstenmammutbaum

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Thomas Meyer: Datenblatt mit BestimmungsschlĂŒssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
‱ Gymnosperm Database (engl.)
‱ Sequoia sempervirens in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten der IUCN 2014. Eingestellt von: A. Farjon, R. Schmid, 2011. Abgerufen am 5. Oktober 2014.
‱ Save the Redwoods League
‱ University of California: Redwood Region Forest Science Symposium 2011
‱ TED-Vortrag von Richard Preston: The mysterious lives of giant trees Video (englisch), 19:25 Min.